🏛️ Friedhofssatzung & Gebührentarife im Volltext
1. Friedhofsgebührensatzung Stand: 01.01.2022 Volltext anzeigen ▼
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Gebührenordnung zur Friedhofsordnungder Gemeinde Lützelbach
(Stand: 15.01.2022)
Aufgrund der §§ 5 und 93 Abs. 1 der Hessischen Gemeindeordnung i. d. F. der Bekanntmachung vom 07.03.2005 (GVBl I S. 142), zuletzt geändert durch Gesetz vom 15.11.2007 (GVBl I S. 757), der §§ 1 bis 5a und 9,10 des hessischen Gesetzes über Kommunale Abgaben vom 17.03.1070 (GVBl I S. 225), zuletzt geändert durch Gesetz vom 31.01.2005 (GVBl I S. 54) und des § 38 der Friedhofsordnung der Gemeinde Lützelbach vom 21.08.2008 hat die Gemeindevertretung in der Sitzung vom 21.08.2008 für die Friedhöfe der Gemeinde Lützelbach folgende
Satzung (Gebührenordnung)
beschlossen:
I. Gebührenpflicht
§ 1 Gebührenerhebung
(1) Für die Benutzung der Friedhöfe und ihrer Einrichtungen und Anlagen im Rahmen der Friedhofsordnung der Gemeinde Lützelbach vom 21.08.2008 sowie für damit zusammenhängende gebührenpflichtige Leistungen werden Gebühren nach Maßgabe dieser Gebührenordnung erhoben
§ 2 Gebührenschuldner
(1) Schuldnerin oder Schuldner der Gebühren für Leistungen nach der Friedhofsordnung sind:
a) Die Antragstellerin oder der Antragsteller, in der Regel die Angehörigen, Angehörige in diesem Sinne sind der Ehegatte, der Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz, Kinder, Eltern, Enkel, Geschwister sowie Adoptiveltern und -kinder.
b) Bei Bestattungen die Personen, die nach dem Hessischen Friedhofs- und Bestattungsgesetz (FBG) bei Verstorbenen die erforderlichen Sorgemaßnahmen zum Schutz der Gesundheit und der Totenruhe zu veranlassen haben.
Lebte der Verstorbene im Zeitpunkt seines Todes in einem Krankenhaus, einer Pflege- oder Gefangenenanstalt, einem Heim, einer Sammelunterkunft oder einer ähnlichen Einrichtung, so ist der/die Leiter/-in dieser Einrichtung oder deren Beauftragte Verpflichteter im obigen Sinne, wenn Angehörige innerhalb der für die Bestattung bestehenden Zeit nicht aufzufinden sind.
c) Bei Umbettungen und Wiederbestattungen i. S. v. § 14 Abs. 3 der Friedhofsordnung ausschließlich die Antragstellerin oder der Antragsteller.
d) Diejenige Person, die sich der Gemeinde gegenüber schriftlich zur Tragung der Kosten verpflichtet hat,
(2) Mehrere Verpflichtete haften als Gesamtschuldner.
§ 3 Entstehung der Gebührenschuld, Fälligkeit
(1) Die Gebührenschuld entsteht mit der Inanspruchnahme von Leistungen nach der Friedhofsordnung.
(2) Die Gebühren sind 4 Wochen nach Bekanntgabe des entsprechenden Gebührenbescheids fällig.
§ 4 Rechtsbehelfe/Zwangsmittel
(1) Die Rechtsbehelfe gegen Gebührenbescheide aufgrund dieser Satzung regeln sich nach den Bestimmungen der Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) in der jeweils gültigen Fassung. Für die zwangsweise Durchsetzung der im Rahmen dieser Satzung erlassenen Gebührenbescheide gelten die Vorschriften des Hessischen Verwaltungsvollstreckungsgesetzes in der jeweils gültigen Fassung.
*II. Gebührenarten*
§ 5 Gebühren für die Benutzung der Aussegnungs- und Leichenhalle
Für die Benutzung der Aussegnungs- und Leichenhalle werden folgende Gebühren erhoben:
| Ab dem | 01.01.2022 | 01.01.2024 | 01.01.2026 |
|---|---|---|---|
| a) Aufbewahrung einer Leiche bis zu 4 Tagen für jeden weiteren Tag | 230,00 € 74,00 € | 260,00 € 77,00 € | 300,00 € 79,00 € |
| b) Aufbewahrung einer Aschenurne bis zu 4 Tagen für jeden weiteren Tag | 25,00 € 6,00 € | 30,00 € 7,00 € | 35,00 € 8,00 € |
| c) Benutzung der Kühlzelle bis zu 4 Tagen für jeden weiteren Tag | 85,00 € 22,00 € | 95,00 € 24,00 € | 100,00 € 25,00 € |
| d) Nutzung der Aussegnungshalle | 230,00 € | 260,00 € | 300,00 € |
§ 6 Bestattungsgebühren
(1) Für das Ausheben und Schließen eines Grabes werden folgende Gebühren erhoben:
a) Bei der Bestattung der Leiche Verstorbener ab dem vollendeten 5. Lebensjahr:
- 1. In einer Reihengrabstätte 448,00 €
- 2. In einer Wahlgrabstätte
- a) Erstbestattung 448,00 €
- b) Jede weitere Bestattung 448,00 €
- 3. Zuschlag für den notwendigen Handaushub der Grabstätte 160,00 €
b) Bei der Bestattung der Leiche verstorbener bis zum vollendeten 5. Lebensjahr:
- 1. In einer Reihengrabstätte 280,00 €
- 2. In einer Wahlgrabstättea) Erstbestattung 280,00 €
b) Jede weitere Bestattung 280,00 €
- 3. Zuschlag für den notwendigen Handaushub der Grabstätte 160,00 €
(2) Für das Aufstellen eines Erdcontainers incl. möglichem Überbau des angrenzenden Grabes, das Auslegen der Grabstätte mit Grün, das Bereitstellen der Sandkästen sowie das Auslegen der Versenkseile und der Laufroste wird folgende Gebühr erhoben:
240,00 €
(3) Bei der Beisetzung von Aschenresten in Urnenerdgrabstätten sowie als Beigabe in Grabstätten für Erdbestattungen wird für das Ausheben und Schließen des Grabes folgende Gebühr erhoben:
135,00 €
(4) Bei der Beisetzung von Aschenresten in Kammern der Urnenwände wird für das Öffnen, Einstellen und Schließen folgende Gebühr erhoben:
135,00 €
(5) Für Bestattungen an Samstagen wird ein Zuschlag in Höhe von 25% der für die jeweilige Bestattungsart geltenden Grundgebühr berechnet. Die so errechneten Gebühren werden auf den nächsten vollen EURO-Betrag abgerundet.
(6) Für die Bestattung von totgeborenen Kindern, die vor Ablauf des sechsten Schwangerschaftsmonats verstorben sind, wird folgende Gebühr erhoben:
50,00 €
(7) Die Bestattung von standesamtlich nicht anmeldepflichtigen Leibesfrüchten (Föten) erfolgt kostenlos.
§ 7 Umbettungsgebühren
Die Gebühren und Kosten für eine Umbettung werden nach Zeit- und Materialaufwand berechnet. Hierzu werden die Aufwendungen durch das mit der Umbettung beauftragte Unternehmen erfasst und an die Friedhofsverwaltung übermittelt.
§ 8 Erwerb des Nutzungsrechts an einer Reihengrabstätte und Urnenreihengrabstätte
(1) Für die Überlassung einer Reihengrabstätte, einer Urnenreihengrabstätte oder eines Wiesengrabes und die Nutzung der Friedhofseinrichtungen und –anlagen werden folgende Gebühren erhoben:
| Ab dem | 01.01.2022 | 01.01.2024 | 01.01.2026 |
|---|---|---|---|
| a) Reihengrab bis zur Vollendung des 5. Lebensjahres | 670,00 € | 770,00 € | 890,00 € |
| b) Reihengrab ab der Vollendung des 5. Lebensjahres | 980,00 € | 1.120,00 € | 1.290,00 € |
| c) Wiesenreihengrab inklusive der Pflege der Wiesenfläche | 2.420,00 € | 2.600,00 € | 2.780,00 € |
| d) Überlassung einer Urnenreihengrabstätte | 580,00 € | 580,00 € | 590,00 € |
| (2) Für die Verlängerung des Nutzungsrechts an einer reservierten Wiesenreihengrabstätte zur Wahrung der 30jährigen Ruhefrist wird je Jahr eine Gebühr erhoben von: | 80,00 € | 86,00 € | 92,00 € |
§ 9 Erwerb von Nutzungsrechten an Wahlgrabstätten und Urnenwahlgrabstätten
(1) Für die Überlassung einer Wahlgrabstätte oder einer Urnenwahlgrabstätte und die damit verbundene Nutzung der Friedhofseinrichtungen und –anlagen werden folgende Gebühren erhoben:
| Ab dem | 01.01.2022 | 01.01.2024 | 01.01.2026 |
|---|---|---|---|
| a) Für ein Wahlgrab mit zwei Stellen | 2.850,00 € | 2.870,00 € | 2.900,00 € |
| b) Für ein Wahlgrab mit drei Stellen | 4.150,00 € | 4.250,00 € | 4.360,00 € |
| c) Für ein Wahlgrab mit vier Stellen | 5.450,00 € | 5.630,00 € | 5.810,00 € |
| d) Für die Überlassung einer Urnen- wahlgrabstätte mit zwei Grabstellen | 870,00 € | 940,00 € | 1.020,00 € |
| e) Für die Überlassung einer Urnen- wahlgrabstätte mit vier Grabstellen | 1.580,00 € | 1.770,00 € | 1.990,00 € |
| (2) Für die Verlängerung des Nutzungsrechts an einer Wahlgrabstätte bzw. Urnenwahlgrabstätte (§ 22 Abs. 1 und Abs. 3 und §§ 25, 26 der Friedhofsordnung) werden je Jahr der Verlängerung folgende Gebühren erhoben: |
| Ab dem | 01.01.2022 | 01.01.2024 | 01.01.2026 |
|---|---|---|---|
| a) Für ein Wahlgrab mit zwei Stellen | 95,00 € | 95,00 € | 96,00 € |
| b) Für ein Wahlgrab mit drei Stellen | 138,00 € | 142,00 € | 145,00 € |
| c) Für ein Wahlgrab mit vier Stellen | 180,00 € | 185,00 € | 190,00 € |
| d) bei Urnenwahlgrabstätten mit zwei Grabstellen | 44,00 € | 46,00 € | 51,00 € |
| e) bei Urnenwahlgrabstätten mit vier Grabstellen | 79,00 € | 88,00 € | 99,00 € |
(3) Für den Wiedererwerb einer Wahlgrabstätte bzw. Urnenwahlgrabstätte gelten Abs. 1 und 2 entsprechend.
§ 10 Erwerb von Nutzungsrechten an weiteren Grabarten
(1) Für die Überlassung nachfolgender Grabstätten und die Nutzung der Friedhofseinrichtungen und –anlagen werden folgende Gebühren erhoben:
| Ab dem | 01.01.2022 | 01.01.2024 | 01.01.2026 |
|---|---|---|---|
| a) Für eine Urnenkammer zur Aufnahme von zwei Urnen | 1.800,00 € | 1.860,00 € | 1.930,00 € |
| b) Für eine Beisetzungsstelle in einem Feld für teilanonyme Urnenbeisetzungen | 950,00 € | 980,00 € | 1.010,00 € |
(2) Die Nutzungsgebühren umfassen die Kosten der Rahmenpflege der obigen Grabstätten einschließlich der Rasenpflege.
(3) Für den Wiedererwerb einer Urnenkammer gilt Abs. 1 a) entsprechend.
(4) Für die Verlängerung des Nutzungsrechtes an einer Urnenkammer werden je Jahr der Verlängerung erhoben (§ 28 Abs. 2 Satz 4 der Friedhofsordnung).
| Ab dem | 01.01.2022 | 01.01.2024 | 01.01.2026 |
|---|---|---|---|
| 90,00 € | 93,00 € | 96,00 € |
§ 11 Gebühren für Grabräumung
(1) Für die Räumung einer Grabstätte durch die Friedhofsverwaltung werden folgende Gebühren erhoben:
a) Für die Beseitigung von Grabmalen, Abdeckplatten, Fundamenten, Befestigungsmaterialien, Grabeinfassungen und Gewächsen
| Ab dem | 01.01.2022 | 01.01.2024 | 01.01.2026 |
|---|---|---|---|
| 1) Bei Reihengrabstätten Verstorbener bis zur Vollendung des 5. Lebensjahres | 220,00 € | 240,00 € | 250,00 € |
| 2) Bei Reihengrabstätten Verstorbener ab Vollendung des 5. Lebensjahres | 330,00 € | 330,00 € | 340,00 € |
| 3) Bei mehrstelligen Wahlgrabstätten | 510,00 € | 550,00 € | 590,00 € |
| 4) Bei Urnenreihengrabstätten und Urnenwahlgrabstätten mit zwei Stellen | 210,00 € | 220,00 € | 230,00 € |
| 5) Bei Urnenwahlgrabstätten mit vier Stellen | 220,00 € | 240,00 € | 270,00 € |
b) Die Gebühren entstehen nach erfolgter Abräumung.
(2) Die Räumung einer Grabstätte gem. § 33 Abs. 2 der Friedhofsordnung erfolgt im letzten Jahr der Ruhefrist gebührenfrei. Für jedes weitere Jahr der vorzeitigen Räumung werden folgende Pflegegebühren erhoben:
| Ab dem | 01.01.2022 | 01.01.2024 | 01.01.2026 |
|---|---|---|---|
| 1) Reihengrabstätte für Verstorbene bis zur Vollendung des 5. Lebensjahres | 19,00 € | 20,00 € | 21,00 € |
| 2) Reihengrabstätte für Verstorbene ab Vollendung des 5. Lebensjahres | 21,00 € | 24,00 € | 28,00 € |
| 3) Wahlgräber mit mehreren Grabstellen | 41,00 € | 47,00 € | 54,00 € |
| 4) Bei Urnenreihen- und Urnenwahlgrabstätten mit zwei Stellen | 18,00 € | 18,00 € | 18,00 € |
| 5) Bei Urnenreihen- und Urnenwahlgrabstätten mit zwei Stellen | 20,00 € | 22,00 € | 23,00 € |
Die Gebühren entstehen nach erfolgter Zustimmung der Friedhofsverwaltung zur vorzeitigen Grabräumung und deren Durchführung.
§ 12 Verwaltungsgebühren
(1) Für Amtshandlungen und sonstige Verwaltungstätigkeiten der Friedhofsverwaltung, die sie auf Veranlassung oder überwiegend im Interesse einzelner vornimmt, erhebt die Gemeinde folgende Verwaltungskosten (Gebühren und Auslagen aller beteiligten Verwaltungsstellen). Kostenpflicht besteht auch, wenn ein auf Vornahme einer Amtshandlung oder sonstigen Verwaltungstätigkeit gerichteter Antrag oder ein Widerspruch zurückgenommen, abgelehnt oder zurückgewiesen, oder die Amtshandlung zurückgenommen oder widerrufen wird.
| Ab dem | 01.01.2022 | 01.01.2024 | 01.01.2026 |
|---|---|---|---|
| a) Für die Prüfung der Zulassungs- erfordernisse für gewerblich Tätige und die Ausstellung einer Berechtigungskarte nach § 10 der Friedhofsordnung einmalig | 120,00 € | 120,00 € | 120,00 € |
| b) Für die Prüfung und Zustimmung zu einer Umbettung von Leichen und Aschenurnen (§ 14 Abs. 2 der Friedhofsordnung) | 150,00 € | 160,00 € | 170,00 € |
| c) Für die Prüfung und Genehmigung der Errichtung und Veränderung von Grabmalen, Grabeinfassungen sowie sonstigen Grabausstattungen (§ 31 der Friedhofsordnung) | 40,00 € | 40,00 € | 40,00 € |
| d) Für den Verwaltungsaufwand zur Bearbeitung eines Sterbefalls | 380,00 € | 400,00 € | 420,00 € |
(2) Die Kostenschuld entsteht mit Eingang des Antrages. Die Verpflichtung zur Erstattung von Auslagen entsteht mit der Aufwendung des zu erstattenden Betrages.
(3) Die Verwaltungskosten werden sofort fällig.
(4) Zur Zahlung der Kosten ist verpflichtet,
- a) wer die Amtshandlung oder sonstige Verwaltungstätigkeit der Gemeinde veranlasst oder zu wessen Gunsten sie vorgenommen wird,
- b) wer die Kosten durch eine vor der zuständigen Gemeinde abgegebene oder ihr mitgeteilten Erklärung übernommen hat,
- c) wer für die Kostenschuld eines anderen kraft Gesetzes haftet.
Mehrere Kostenschuldner haften als Gesamtschuldner.
§ 13
Inkrafttreten, Außerkrafttreten
Diese Satzung tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Gebührenordnung zur Friedhofs- und Bestattungsordnung vom 14.08.2001, mit späteren Änderungen, außer Kraft.
Lützelbach, den 21.08.2008
Der Gemeindevorstandder Gemeinde Lützelbachgez. Uwe Olt Bürgermeister
- Dienstsiegel -
2. Friedhofssatzung Stand: 21.08.2008 Volltext anzeigen ▼
Hinweis: Der folgende Text wurde maschinell aus dem Originaldokument ausgelesen (Rohtext). Formatierungsabweichungen vom Original sind möglich. Rechtlich verbindlich ist ausschließlich die amtlich verkündete Satzung (Originaldokument bzw. amtliche Fundstelle) – nicht diese Textwiedergabe.
Friedhofssatzung
Friedhofsordnung der Gemeinde Lützelbach
Stand: 01.01.2017
I. Allgemeine Vorschriften
§ 1 Eigentumsverhältnisse
Die Friedhöfe sind Eigentum der Gemeinde Lützelbach.
§ 2 Geltungsbereich
Diese Friedhofsordnung gilt für die nachstehend genannten Friedhöfe der Gemeinde Lützelbach:
a) Friedhof Breitenbrunn
b) Friedhof Haingrund, sowie alter Bereich am Friedhofsweg
c) Friedhof Lützel-Wiebelsbach
d) Friedhof Rimhorn
e) Friedhof Seckmauern
§ 3 Verwaltung des Friedhofes
Die Verwaltung der Friedhöfe obliegt dem Gemeindevorstand, im folgenden Friedhofsverwaltung genannt, bzw. von ihm beauftragten Dritten.
§ 4 Friedhofszweck und Bestattungsberechtigung
(1) Die Friedhöfe dienen der Bestattung und der Pflege der Gräber im Andenken an die Verstorbenen.
(2) Gestattet ist die Bestattung folgender Personen:
a) die bei ihrem Ableben Einwohnerinnen oder Einwohner der Gemeinde Lützelbach waren oder
b) die ein Recht auf Benutzung einer Grabstätte auf dem Friedhof hatten oder
c) die innerhalb des Gemeindegebietes verstorben sind und nicht auf einem Friedhof außerhalb der Gemeinde beigesetzt werden oder
d) die frühere Einwohnerinnen und Einwohner waren und zuletzt in einem Pflegeheim oder einer ähnlichen Einrichtung außerhalb der Gemeinde gelebt haben oder
e) totgeborene Kinder vor Ablauf des sechsten Schwangerschaftsmonats und Föten können auf Wunsch einer oder eines Angehörigen bestattet werden.
(3) Die Bestattung derjenigen Personen, die bei ihrem Ableben Einwohnerinnen oder Einwohner der Gemeinde waren, erfolgt in der Regel auf dem Friedhof des Ortsteils, in dem sie zuletzt ihren Wohnsitz hatten.
(4) Die Bestattung anderer Personen bedarf der vorherigen Zustimmung der Friedhofsverwaltung. Ein Rechtsanspruch auf Erteilung der Zustimmung besteht nicht.
§ 5 Begriffsbestimmung
(1) Unter einer Grabstätte ist ein für Bestattungen oder Beisetzungen vorgesehener, genau bestimmter Teil des Friedhofsgrundstückes mit dem darunter liegenden Erdreich zu verstehen. Eine Grabstätte kann eine Reihengrabstelle oder mehrere Wahlgrabstellen umfassen.
(2) Unter einer Grabstelle ist der Teil der Grabstätte zu verstehen, der der Aufnahme einer menschlichen Leiche bzw. bei Urnengrabstätten einer Aschenurne dient.
§ 6 Schließung und Entwidmung
(1) Ein Friedhof und Friedhofsteile können geschlossen oder entwidmet werden.
(2) Durch die Schließung sind weitere Bestattungen nicht möglich. Durch die Entwidmung geht die Eigenschaft des Friedhofs als Ruhestätte der Toten verloren. Die Entwidmung ist erst mit Wirkung von dem Zeitpunkt an zulässig, zu dem sämtliche Ruhefristen der auf dem Friedhof vorgenommenen Beisetzungen abgelaufen sind.
(3) Die Schließung und Entwidmung sind öffentlich bekannt zu machen.
II. Ordnungsvorschriften
§ 7 Öffnungszeiten
Die Friedhöfe sind während der durch die Friedhofsverwaltung festgesetzten Zeiten für den Besuch geöffnet. Die Öffnungszeiten werden durch Aushang an den Friedhofseingängen bekannt gegeben. Sonderregelungen können durch die Friedhofsverwaltung getroffen werden.
§ 8 Nutzungsumfang
(1) Jede Friedhofsbesucherin oder jeder Friedhofsbesucher hat sich der Würde des Ortes entsprechend zu verhalten. Den Anordnungen des aufsichtsbefugten Friedhofspersonals ist Folge zu leisten. Kinder unter 10 Jahren dürfen den Friedhof nur in Begleitung Erwachsener betreten.
(2) Nicht gestattet ist innerhalb des Friedhofs:
a) Das Befahren der Wege mit Fahrzeugen aller Art, soweit nicht eine besondere Erlaubnis hierzu erteilt ist; ausgenommen von diesem Verbot sind Kinderwagen und Rollstühle sowie Fahrzeuge der Friedhofsverwaltung,
b) Waren aller Art und gewerbliche Dienste anzubieten,
c) an Sonn- und Feiertagen sowie in der Nähe einer Bestattung störende Arbeiten auszuführen,
d) ohne schriftlichen Auftrag eines Berechtigten bzw. ohne Zustimmung der Friedhofsverwaltung gewerbsmäßig zu fotografieren,
e) Druckschriften zu verteilen, ausgenommen Drucksachen, die im Rahmen von Bestattungsfeiern notwendig und üblich sind sowie Informationsschriften der Friedhofsverwaltung,
f) den Friedhof und seine Einrichtungen und Anlagen zu verunreinigen und zu beschädigen sowie Rasenflächen und Grabstätten unberechtigterweise zu betreten,
g) Abraum und Abfälle aller Art außerhalb der hierfür vorgesehenen Plätze abzulegen,
h) Tiere mitzubringen, ausgenommen Blindenhunde.
(3) Totengedenkfeiern und andere nicht mit einer Bestattung zusammenhängende Veranstaltungen bedürfen der Zustimmung der Friedhofsverwaltung; sie sind spätestens eine Woche vor Durchführung anzumelden.
§ 9 Sitzgelegenheiten
Ruhebänke und Stühle sowie sonstige Sitzgelegenheiten dürfen nur mit Einwilligung der Friedhofsverwaltung an oder auf den Grabstätten aufgestellt werden.
§ 10 Gewerbliche Tätigkeit auf dem Friedhof
(1) Gewerbliche Tätigkeiten auf dem Friedhof (insbesondere Steinmetze, Steinbildhauer, Gärtner, Bestatter, Tischler) bedürfen, soweit nicht Arbeiten im Auftrag der Friedhofsverwaltung durchgeführt werden, der vorherigen Zulassung durch die Friedhofsverwaltung.
(2) Die Zulassung erfolgt auf Antrag. Zuzulassen sind Gewerbetreibende, die
a. in fachlicher, betrieblicher und persönlicher Hinsicht zuverlässig sind und
b. diese Friedhofsordnung durch Unterschrift für alle einschlägigen Arbeiten als verbindlich anerkannt haben.
c. Antragsteller des Handwerks haben ihre Eintragung in die Handwerksrolle, Antragsteller des handwerksähnlichen Gewerbes ihre Eintragung in das Verzeichnis gemäß § 19 Handwerksordnung und Antragsteller der Gärtnerberufe ihre Eintragung in das Verzeichnis der Landwirtschaftskammer nachzuweisen. Ein Antragsteller des Handwerks oder des Gartenbaus hat ferner nachzuweisen, dass er selbst oder sein fachlicher Vertreter die Meisterprüfung oder einen vergleichbaren anerkannten beruflichen Abschluss abgelegt hat.
(3) Die gewerblichen Tätigkeiten müssen mit dem Friedhofszweck vereinbar sein und dürfen Bestattungsfeierlichkeiten nicht stören.
(4) Die Friedhofsverwaltung kann die Zulassung davon abhängig machen, dass die Antragstellerin oder der Antragsteller einen für die Ausführung ihrer oder seiner Tätigkeit ausreichenden Haftpflichtversicherungsschutz nachweist.
(5) Die Zulassung erfolgt durch Ausstellung einer Berechtigungskarte, die bei der Ausführung aller Arbeiten auf dem Friedhof mitzuführen und den Aufsichtspersonen auf Verlangen vorzuzeigen ist. Die Berechtigungskarte wird einmalig ausgestellt.
(6) Die Gewerbetreibenden und ihre Bediensteten haben die Friedhofsordnung zu beachten. Die Gewerbetreibenden haften für alle Schäden, die sie oder ihre Bediensteten im Zusammenhang mit einer Tätigkeit auf dem Friedhof schuldhaft verursachen.
(7) Gewerbliche Arbeiten auf den Friedhöfen dürfen nur werktags innerhalb der Öffnungszeiten ausgeführt werden. Die Arbeiten sind frühestens um 7.00 Uhr aufzunehmen und spätestens um 20.00 Uhr zu beenden. Die Friedhofsverwaltung kann Ausnahmen zulassen.
(8) Die für die Arbeiten erforderlichen Werkzeuge und Materialien dürfen auf dem Friedhof nur an den von der Friedhofsverwaltung genehmigten Stellen vorübergehend gelagert werden. Bei Beendigung der Arbeiten sind die Arbeits- und Lagerplätze wieder in Ordnung zu bringen. Gewerbliche Geräte dürfen nicht an oder in den Wasserentnahmestellen des Friedhofs gereinigt werden.
(9) Gewerbetreibenden, die wiederholt oder schwerwiegend gegen diese Friedhofssatzung verstoßen oder bei denen die Voraussetzungen des Abs. 2 ganz oder teilweise nicht mehr gegeben sind, kann die Friedhofsverwaltung die Zulassung nach schriftlicher Mahnung auf Zeit oder auf Dauer durch schriftlichen Bescheid entziehen.
III. Allgemeine Bestattungsvorschriften
§ 11 Bestattungen
(1) Jede Bestattung ist unverzüglich nach Eintritt des Todes bei der Friedhofsverwaltung unter Vorlage der erforderlichen Unterlagen anzumelden.
(2) Wird eine Bestattung in einer vorher erworbenen Wahlgrabstätte beantragt, ist das Nutzungsrecht nachzuweisen.
(3) Ort und Zeit der Bestattung werden durch die Friedhofsverwaltung festgelegt. Dabei werden Wünsche der für die Bestattung sorgepflichtigen Personen nach Möglichkeit berücksichtigt.
(4) Bestattungen finden von Montags bis Samstags in der Zeit von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr statt. In begründeten Fällen sind mit Genehmigung der Friedhofsverwaltung Ausnahmen zulässig.
§ 12 Nutzung der Leichenhalle
(1) Die Leichenhalle dient der Aufnahme der Leichen bis zur Bestattung. Sie darf nur in Begleitung eines Angehörigen des Friedhofspersonals oder mit Zustimmung der Friedhofsverwaltung betreten werden.
(2) Leichen müssen spätestens 36 Stunden nach dem Eintritt des Todes, jedoch nicht vor Ausfüllung des Leichenschauscheines oder einer Todesbescheinigung in die Leichenhalle des Friedhofs oder eine sonstige am Begräbnisort verfügbare öffentliche Leichenhalle gebracht werden. Als öffentliche Leichenhallen gelten auch die Leichenhallen von Krematorien, Krankenhäusern, Bestattungsunternehmen und Pathologischen sowie Rechtsmedizinischen Instituten.
(3) Leichen sind in verschlossenen Särgen in die Leichenhalle zu bringen. Die Särge müssen festgefügt und so abgedichtet sein, dass jedes Durchsickern von Feuchtigkeit ausgeschlossen ist. Die Särge dürfen nicht aus Metall, Kunststoff oder sonstigen schwer vergänglichen Stoffen hergestellt werden.
(4) Die Särge werden spätestens 15 Minuten vor Beginn der Trauerfeier bzw. der Bestattungszeit geschlossen und dürfen nicht mehr geöffnet werden. Bis dahin können die Angehörigen den Verstorbenen, sofern keine gesundheitlichen oder sonstigen Bedenken bestehen, nach vorausgegangener Absprache mit dem Friedhofspersonal oder der Friedhofsverwaltung sehen.
(5) Die Gemeinde haftet nicht für Verlust von Wertgegenständen, die den Leichen beigegeben worden sind.
(6) Trauerfeiern können in der Leichenhalle, in einem dafür bestimmten Raum (Friedhofskapelle/Kirche), am Grab oder an einer anderen im Freien vorgesehenen Stelle abgehalten werden.
(7) Der Transport des Sarges oder der Urne zur Grabstätte, das Hinabsenken des Sarges oder der Urne in ein Erdgrab sowie das Einstellen der Urne in eine Urnenwand erfolgt in der Regel durch die Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter des beauftragten Beerdigungsinstitutes.
§ 13 Grabstätte und Ruhefrist
(1) Die Gräber und Grabstätten werden nur durch das Friedhofspersonal bzw. durch Beauftragte der Friedhofsverwaltung ausgehoben, geöffnet und geschlossen.
(2) Die Tiefe der einzelnen Gräber beträgt von der Erdoberfläche (ohne Hügel) bis zur Sargoberkante mindestens 0,90 m, bis zur Urnenoberkante mindestens 0,50 m.
(3) Werden bei der Wiederbelegung einer Grabstätte beim Ausheben Leichenteile, Sargteile oder sonstige Überreste gefunden, so sind diese sofort mindestens 0,30 m unter die Sohle des neuen Grabes zu verlegen.
(4) Die Ruhefrist bis zur Wiederbelegung einer Grabstelle beträgt für Leichen 30 Jahre und bei Aschen grundsätzlich 20 Jahre.
§ 14 Totenruhe und Umbettung
(1) Die Ruhe der Toten darf grundsätzlich nicht gestört werden.
(2) Umbettungen von Leichen und Aschen bedürfen, unbeschadet sonstiger gesetzlicher Vorschriften, der vorherigen Zustimmung der Friedhofsverwaltung. Die Zustimmung kann nur auf Antrag und bei Vorliegen eines besonderen Grundes erteilt werden. Umbettungen aus einer Reihengrabstätte/Urnenreihengrabstätte in eine andere Reihengrabstätte/Urnenreihengrabstätte sind innerhalb der Gemeinde nicht zulässig.
(3) Alle Umbettungen werden von der Friedhofsverwaltung bzw. durch von ihr Beauftragte durchgeführt. Die Friedhofsverwaltung bestimmt den Zeitpunkt der Umbettung.
(4) Die Kosten der Umbettung und den Ersatz von Schäden, die an benachbarten Grabstätten und Anlagen durch eine Umbettung entstehen, hat die Antragstellerin oder der Antragsteller zu tragen.
IV. Grabstätten
§ 15 Grabarten
(1) Auf dem Friedhof werden folgende Arten von Grabstätten zur Verfügung gestellt:
a) Reihengrabstätten,
b) Wiesenreihengrabstätten
c) Urnenreihengrabstätten,
d) Wahlgrabstätten,
e) Urnenwahlgrabstätten, f) Feld für anonyme Urnenbeisetzungen und
g) Urnenwände (Kolumbarien)
(2) Es besteht kein Anspruch auf Erwerb des Nutzungsrechts an einer der Lage nach bestimmten Grabstätte oder auf Unveränderlichkeit der Umgebung.
§ 16 Nutzungsrechte an Grabstätten
(1) Nutzungsrechte an Grabstätten können nur nach Maßgabe dieser Friedhofsordnung begründet werden. Sie sind öffentlich-rechtlicher Natur. Die Grabstätten bleiben Eigentum des Friedhofseigentümers.
(2) Bei Streitigkeiten zwischen den Beteiligten über Rechte an Grabstätten, über die Verwaltung oder Gestaltung einer Grabstätte oder eines Grabmals kann die Friedhofsverwaltung bis zur gütlichen Einigung oder rechtskräftigen gerichtlichen Entscheidung über diese Streitigkeiten die erforderlichen vorläufigen Regelungen treffen.
§ 17 Grabbelegung
In jeder Grabstelle darf während der Ruhefrist grundsätzlich nur eine Erdbestattung vorgenommen werden. Es ist zulässig, eine mit ihrem neugeborenen Kind verstorbene Mutter oder zwei zur gleichen Zeit in ihrem ersten Lebensjahr verstorbene Kinder in einem Sarg beizusetzen.
§ 18 Verlegung von Grabstätten
Aus zwingenden Gründen des öffentlichen Rechts kann die Friedhofsverwaltung Grabstätten verlegen. Die Leichen oder Aschenreste sind in diesen Fällen in eine andere Grabstätte gleicher Art umzubetten. Grabmale und sonstige Grabausstattungen sind umzusetzen. Die Kosten der Maßnahme trägt der Veranlasser.
A. Reihengrabstätten
§ 19 Definition der Reihengrabstätte
Reihengrabstätten sind Grabstätten für eine Erdbestattung. Sie werden der Reihe nach belegt und im Todesfall für die Dauer der Ruhefrist des zu Bestattenden zugeteilt. Ein Wiedererwerb des Nutzungsrechts an einer Reihengrabstätte ist ausgeschlossen. Eine Verlängerung des Nutzungsrechts ist aber mehrfach jeweils für maximal fünf Jahre möglich, sofern keine gestalterischen Maßnahmen und Planungen der Friedhofsverwaltung gegen eine solche Verlängerung sprechen.
§ 20 Maße der Reihengrabstätte
(1) Es werden eingerichtet:
a) Reihengrabstätten für die Beisetzung Verstorbener bis zum vollendeten 5. Lebensjahr,
b) Reihengrabstätten für die Beisetzung Verstorbener ab dem vollendeten 5. Lebensjahr.
(2) Die Reihengrabstätten haben folgende Maße:
- 1. Für Verstorbene bis zum vollendeten 5. Lebensjahr
Länge: 1,20 m Breite: 0,70 m Der Abstand zwischen den Reihengrabstätten beträgt 0,40 m
- 2. Für Verstorbene ab dem vollendeten 5. Lebensjahr
Länge: 2,00 m Breite: 0,80 m Der Abstand zwischen den Reihengrabstätten beträgt 0,40 m
Die bisherigen Maße der Gräber sollen bis zur vollständigen Belegung der Grabfelder aus Gründen der Einheitlichkeit beibehalten werden.
§ 20a Definition der Wiesenreihengrabstätte
(1) Wiesenreihengrabstätten sind Grabstätten für eine Erdbestattung. Sie werden der Reihe nach belegt und im Todesfall für die Dauer der Ruhefrist des zu Bestattenden zugeteilt. Ein Wiedererwerb oder die Verlängerung des Nutzungsrechts an einer Wiesenreihengrabstätte ist ausgeschlossen.
(2) Wiesenreihengrabstätten haben folgende Maße: Länge: 2,00 m
Breite: 0,90 m
Der Abstand zwischen den einzelnen Grabstätten beträgt 0,4 m.
(3) Das Wiesengrabfeld wird als eine durchgehende Wiesenfläche angelegt, auf der nebeneinander der Reihe nach bestattet wird. Die Reservierung der nächst folgenden Grabstätte für den überlebenden Partner ist möglich. Die Reservierung gilt als Erwerb des Nutzungsrechts. Die Pflege der Grünfläche wird für die Nutzungsdauer von der Friedhofsverwaltung übernommen. Das Aufhügeln der Grabstätte, das Aufstellen von Grabschmuck jeglicher Art ist nur bis zu einer Zeit von 4 Monaten nach der Bestattung zulässig.
(4) Als Grabmal ist ausschließlich eine Schriftplatte in der Größe 50x40 cm gestattet, die nach vorherigem Auftrag durch die Nutzungsberechtigten in einheitlicher Form und mit einheitlicher Beschriftung von der Friedhofsverwaltung beschafft und eingelassen wird. Die Kosten für die Beschaffung und die Einlassung der Schriftplatte sind vom Auftraggeber zu tragen.
(5) Das Bepflanzen der Grabstätte ist nicht gestattet. Nach Ablauf von 4 Monaten nach der Bestattung ist das Aufstellen von Vasen, Grablichtern und sonstigem Schmuck außerhalb der Grabplatte nicht mehr gestattet. Widerrechtlich aufgestellte oder abgelegte Gegenstände werden von der Friedhofsverwaltung kostenpflichtig abgeräumt. Kostenschuldner für diesen Fall ist der Nutzungsberechtigte an der Grabstätte.
§ 21 Wiederbelegung und Abräumung
(1) Über die Wiederbelegung von Reihengrabstätten, für die die Ruhefrist abgelaufen ist, entscheidet die Friedhofsverwaltung.
(2) Das Abräumen von Reihengrabfeldern oder Teilen von ihnen vor der Wiederbelegung ist drei Monate vorher öffentlich und durch ein Hinweisschild auf dem betreffenden Grabfeld bekannt zu machen. Soweit vorhanden, wird zusätzlich in den Aushangkästen auf die Abräumung hingewiesen.
B. Wahlgrabstätten
§ 22 Definition der Wahlgrabstätte, Entstehung und Übergang des Nutzungsrechtes
(1) Wahlgrabstätten sind Grabstätten für Erdbestattungen mit mindestens zwei Grabstellen, an denen auf Antrag ein Nutzungsrecht für die Dauer von 30 Jahren Nutzungszeit verliehen wird. Auf Verleihung eines Nutzungsrechts an einer Wahlgrabstätte besteht kein Rechtsanspruch. Wünsche des Erwerbers bezüglich der Lage der Wahlgrabstätte werden nach Möglichkeit berücksichtigt. Grundsätzlich werden sie jedoch der Reihe nach belegt. Der Ersterwerb eines Nutzungsrechts ist nur möglich anlässlich eines Todesfalles. Das Nutzungsrecht kann in der Regel ein mal wieder erworben oder verlängert werden. Wiedererwerb oder Verlängerung sind nur auf Antrag und nur für die gesamte Wahlgrabstätte möglich. Ein Rechtsanspruch auf Verlängerung oder Wiedererwerb besteht nicht. Eine Ausnahme hiervon gilt bei der Verlängerung oder dem Wiedererwerb bezüglich einer nicht voll belegten Wahlgrabstätte.
(2) Unter einem Wiedererwerb eines Nutzungsrechtes an einer Wahlgrabstätte ist die Einräumung einer zweiten Nutzungszeit zu verstehen. Der Antrag kann frühestens sechs Monate vor Ablauf des Nutzungsrechtes gestellt werden.
Die Verlängerung des Nutzungsrechtes umfasst einen kürzeren Zeitraum als die komplette Nutzungszeit.
Der Wiedererwerb und die Verlängerung sind von der Entrichtung einer entsprechenden Gebühr gemäß Friedhofsgebührenordnung abhängig.
(3) Es werden zwei-, drei- oder vierstellige Wahlgrabstätten abgegeben. Nach Ablauf der Ruhefrist kann in der betreffenden Grabstelle eine weitere Beisetzung erfolgen, wenn die restliche Nutzungszeit die Ruhefrist erreicht und das Nutzungsrecht wieder erworben bzw. mindestens für die Zeit bis zum Ablauf der Ruhefrist verlängert worden ist.
(4) Das Nutzungsrecht wird gegen Zahlung der in der Gebührenordnung zu dieser Friedhofsordnung festgesetzten Gebühr erworben. Die oder der Nutzungsberechtigte hat das Recht auf Beisetzung nach seinem Ableben, sowie im Falle des Erwerbs einer mehrstelligen Wahlgrabstätte das Recht auf Beisetzung ihrer oder seiner verstorbenen Angehörigen in dem Wahlgrab. Angehörige im Sinne dieser Bestimmung sind:
- 1. Ehegatten,
- 2. Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz
- 3. Verwandte auf- und absteigender Linie, angenommene Kinder und Geschwister,
- 4. Ehegatten und Lebenspartner der unter Nr. 3 bezeichneten Personen.
Die Beisetzung anderer Personen in dem Wahlgrab bedarf der Einwilligung der Friedhofsverwaltung.
(5) Das Nutzungsrecht an einer Wahlgrabstätte kann nur mit Einwilligung der Friedhofsverwaltung und nur auf Angehörige im Sinne des § 22 Abs. 4 übertragen werden.
(6) Die Erwerberin oder der Erwerber einer Wahlgrabstätte soll für den Fall ihres oder seines Ablebens ihre Nachfolgerin oder seinen Nachfolger im Nutzungsrecht bestimmen. Diese oder dieser ist aus dem in § 22 Abs. 4 aufgeführten Personenkreis zu benennen. Wird keine Regelung getroffen oder verzichtet eine bestimmte Person, so geht das Nutzungsrecht in der in
§ 22 Abs. 4 genannten Reihenfolge auf die Angehörigen der verstorbenen Erwerberin oder
des verstorbenen Erwerbers über. Innerhalb der einzelnen Gruppen wird jeweils die oder der Älteste nutzungsberechtigt. Das gleiche gilt beim Tod einer oder eines Nutzungsberechtigten, auf den das Nutzungsrecht früher übergegangen war.
Jede Person, auf die ein Nutzungsrecht übergeht, kann durch Erklärung gegenüber der Friedhofsverwaltung auf das Nutzungsrecht verzichten.
(7) Das Recht auf Beisetzung in einer Wahlgrabstätte läuft mit der Nutzungszeit ab. Während der Nutzungszeit darf eine Beisetzung jedoch nur stattfinden, wenn die Ruhefrist für diese Beisetzung die Nutzungszeit nicht übersteigt oder das Nutzungsrecht wieder erworben bzw. mindestens für die Zeit bis zum Ablauf der Ruhefrist für diese Beisetzung verlängert worden ist.
§ 23 Maße der Wahlgrabstätte
Jede Grabstelle eines Wahlgrabes hat folgende Maße:
Länge: 2,00 m Breite: 1,00 m Der Abstand zwischen den Wahlgrabstätten beträgt 0,40 m.
Die bisherigen Maße der Gräber sollen bis zur vollständigen Belegung der Grabfelder aus Gründen der Einheitlichkeit beibehalten werden.
C. Urnengrabstätten
§ 24 Formen der Beisetzung einer Aschenurne
(1) Aschenurnen dürfen beigesetzt werden in
a) Urnenreihengrabstätten
b) Urnenwahlgrabstätten,
c) Grabstätten für Erdbestattungen
d) Urnenwänden (Kolumbarien),
e) einem Feld für anonyme Urnenbeisetzungen.
(2) In Urnenreihengrabstätten, in Urnenwahlgrabstätten, in einem Feld für anonyme Urnenbeisetzungen und in Grabstätten für Erdbestattungen können Aschenurnen nur unterirdisch beigesetzt werden.
§ 25 Definition der Urnenreihengrabstätte
(1) Urnenreihengrabstätten sind für Urnenbestattungen bestimmte Grabstätten, die der Reihe nach belegt und im Todesfall für die Dauer der Ruhefrist zur Beisetzung einer Aschenurne abgegeben werden. Eine Verlängerung des Nutzungsrechts oder ein Wiedererwerb ist möglich.
(2) Die Urnenreihengrabstätten haben folgende Maße:
Länge: 1,00 m Breite: 0,60 m Der Abstand zwischen den Urnenreihengrabstätten beträgt 0,40 m.
§ 26 Definition der Urnenwahlgrabstätte
(1) Urnenwahlgrabstätten sind für Urnenbestattungen bestimmte Grabstätten, an denen auf Antrag ein Nutzungsrecht für die Dauer von 20 Jahren (Nutzungszeit) verliehen wird.
Die Urnenwahlgrabstätten haben folgende Maße:
a) für die Beisetzung von zwei Aschenurnen
Länge: 1,00 m Breite: 0,60 m Der Abstand zwischen den Urnenwahlgrabstätten beträgt 0,40 m.
b) für die Beisetzung von bis zu vier Aschenurnen
Länge: 1,00 m Breite: 1,00 m Der Abstand zwischen den Urnenwahlgrabstätten beträgt 0,40 m.
(2) Die Zahl der Urnen, die in einer Urnenwahlgrabstätte bestattet werden können, richtet sich nach der Größe der Grabstätte; die für eine Urne bestimmte Mindestfläche beträgt 0,25 m².
§ 26a Beisetzung von Urnen in Grabstätten für Erdbestattungen
(1) Für die Beisetzung von Urnen in Reihengrabstätten für Erdbestattungen gilt folgendes:
1.) Jede Urnenbeisetzung in einem vorhandenen Erd-Reihengrab bedarf der vorherigen Zustimmung der Friedhofsverwaltung 2.) Es dürfen maximal zwei Urnen zusätzlich in einer Reihengrabstätte bestattet werden. 3.) Die Ruhefrist für jede Aschenurne beträgt, in Abweichung zu § 13 Abs. 4, 15 Jahre. 4.) Reicht die Nutzungszeit der Grabstätte für die Ruhefrist der jeweiligen Aschenurne nicht aus, so ist diese entsprechend gebührenpflichtig zu verlängern. 5.) Für die Nutzung der Grabstätte zur Beisetzung von Aschenurnen ist je beigesetzter Aschenurne eine Grundgebühr in Höhe von 75 v. H. der Gebühren für den Erwerb des Nutzungsrechts an einer Urnenreihengrabstätte zu entrichten.
(2) Für die Beisetzung von Urnen in Wahlgrabstätten für Erdbestattungen gilt folgendes:
1.) Jede Urnenbeisetzung in einem vorhandenen Erd-Wahlgrab bedarf der vorherigen Zustimmung der Friedhofsverwaltung. 2.) Je Grabstelle können zusätzlich zwei Aschenurnen beigesetzt werden. 3.) Die Ruhefrist für jede Aschenurne beträgt 20 Jahre. 4.) Reicht die Nutzungszeit der Grabstätte für die Ruhefrist der jeweiligen Aschenurne nicht aus, so ist diese entsprechend gebührenpflichtig zu verlängern. 5.) Ist die ursprünglich vorgesehene Grabstellenzahl durch Erd- oder Urnenbestattungen
erreicht, so ist für jede weitere beigesetzte Aschenurne eine Grundgebühr in Höhe von
75 v. H. der Gebühren für den Erwerb des Nutzungsrechts an einer Urnenreihengrab-stätte zu entrichten.
§ 27 Verweisungsnorm
Die Vorschriften dieser Friedhofsordnung über Reihen- und Wahlgrabstätten für Erdbestattungen gelten für Urnengrabstätten entsprechend, soweit sich aus den vorstehenden Bestimmungen nichts Abweichendes ergibt.
§ 28 Urnenwände
(1) Urnenwände werden auf den Friedhöfen in Haingrund und Seckmauern angeboten. Die einzelnen Urnenkammern haben auf dem Friedhof Haingrund eine Größe von 0,33 m Breite, 0,47 m Höhe und 0,45 m Tiefe. Auf dem Friedhof Seckmauern beträgt die Größe der Urnenkammern 0,50 m Breite, 0,50 m Höhe und 0,45 m Tiefe.
(2) Die Urnenkammern werden für 20 Jahre bereitgestellt und dienen der Aufnahme von 2 Urnen. Die Ruhefrist ist bei jeder Aufnahme einer Urne zu wahren. Hierbei dürfen keine verrottbaren bzw. zersetzbaren Urnenbehältnisse (Überurnen) verwendet werden. Über einen möglichen Wiedererwerb von Urnenkammern entscheidet die Gemeinde im Einzelfall.
(3) Nach Ablauf der Ruhefrist werden die Aschenreste und ihre Behältnisse im Feld für anonyme Urnenbeisetzungen dem Erdboden einverleibt.
(4) Die Urnenkammer ist mit einer 4 cm starken Platte dauerhaft zu verschließen, die von der Gemeinde vorgegeben ist und zur Aufnahme der Inschrift der Verstorbenen dient.
(5) Die Anlage und Pflege der Anlage obliegt ausschließlich der Gemeinde. Vor den Urnenkammern dürfen nur Sargauflagen sowie Kränze nach der Trauerfeier abgelegt werden, die nach Verwelken von den Angehörigen in den dafür auf dem Friedhof vorgesehenen Plätzen entsorgt werden müssen. Geschieht dies nicht, so kann die Friedhofsverwaltung die Blumen und Kränze ohne Ankündigung beseitigen. Blumenschalen, Blumengebinde, Kerzen oder andere Gestecke und Gegenstände dürfen vor den Urnenwänden nicht abgestellt oder abgelegt werden.
§ 29 Feld für anonyme Urnenbeisetzungen
Bei der Beisetzung einer Aschenurne in einem Feld für anonyme Bestattungen wird die Beisetzungsstelle nicht besonders kenntlich gemacht oder als Einzelgrabstelle ausgewiesen. Das Grabfeld wird als einheitliche Rasenfläche angelegt. Nach der Beisetzung einer Urne wird die Beisetzungsstelle nicht durch Hügel, Einfassung oder sonstige Gestaltung als Grabstätte kenntlich gemacht. Auf Wunsch der Angehörigen besteht die Möglichkeit, zum Gedenken an die Verstorbenen an den im Mittelpunkt der Anlage befindlichen Gedenksteinen Namenstafeln aus Bronze anzubringen. Auf den Namenstafeln werden der Name, Geburts- und Sterbedatum des Verstorbenen festgehalten. Über Art und Größe der Namenstafeln entscheidet die Gemeinde. Blumenschalen, Blumengebinde, Kerzen oder andere Gestecke und Gegenstände dürfen weder auf dem Grabfeld noch an den Gedenksteinen abgestellt oder abgelegt werden.
V. Gestaltung der Grabstätten
§ 30 Allgemeine Gestaltungsvorschriften
(1) Für sämtliche Friedhöfe gelten folgende allgemeine Gestaltungsvorschriften:
- 1. Auf den Grabstätten dürfen insbesondere zum Gedenken an die dort Ruhenden Grabmale errichtet und sonstige Grabausstattungen angebracht werden. Sie sind so zu gestalten, dass der Friedhofszweck sowie die Würde des Ortes und die Pietät gewahrt werden.
- 2. Grabmale und sonstige Grabausstattungen müssen aus wetterbeständigem Werkstoff hergestellt sein.
- 3. Grabmale und sonstige Grabausstattungen müssen standsicher sein.
- 4. Firmenbezeichnungen dürfen nur an Grabmalen in unauffälliger Weise seitlich angebracht werden.
(2) Auf den Grabstätten sind insbesondere nicht zulässig: Grabmale
a) aus Gips,
b) aus Betonwerkstein, soweit sie nicht Natursteincharakter haben und handwerksgerecht bearbeitet sind,
c) mit Zement aufgesetztem figürlichen oder ornamentalem Schmuck,
d) mit Farbanstrich auf Stein,
e) mit Glas, Emaille, Porzellan oder Kunststoffen in jeder Form,
f) mit Inschriften, die der Würde des Ortes nicht entsprechen.
(3) Bei der Gestaltung und der Bearbeitung sind folgende Vorschriften einzuhalten:
a) Schriftrücken und Schriftbossen für weitere Inschriften können geschliffen sein,
b) Schriften, Ornamente und Symbole sind auf das Material, aus dem das Grabmal besteht, werkgerecht abzustimmen. Sie müssen gut verteilt und dürfen nicht aufdringlich groß sein.
(4) Auf Grabstätten für Erdbestattungen sind Grabmale bis zu folgenden Größen zulässig:
a) auf einstelligen Grabstätten bis zu 0,70 qm Ansichtsfläche
b) auf zwei-und mehrstelligen Grabstätten bis zu 1,30 qm Ansichtsfläche.
Stehende Grabmäler für Erwachsene dürfen nicht höher als 1,20 m und für Kinder nicht höher als 0,70 m sein. Das Verhältnis von Breite und Höhe soll möglichst 1 : 1,5 bis 1 : 2,5 betragen.
(5) Auf Urnengrabstätten sind Grabmale bis zu folgenden Größen zulässig:
a) auf einstelligen Urnengrabstätten stehende und liegende Grabmale bis zu 0,30 qm Ansichtsfläche
b) auf mehrstelligen Urnengrabstätten bis zu 0,50 qm Ansichtsfläche.
(6) Liegende Grabmale dürfen nur flach oder flach geneigt auf die Grabstätte gelegt werden, sie sind nicht in Verbindung mit stehenden Grabmalen zulässig. Die völlige Abdeckung einer Grabstätte durch ein liegendes Grabmal oder eine Grabplatte ist zulässig.
(7) Die Gemeinde kann unter Berücksichtigung der Gesamtgestaltung des Friedhofs und im Rahmen von Abs. 1 Ausnahmen von den Vorschriften der Absätze 2 bis 6 und auch sonstige Grabausstattungen zulassen.
§ 31 Genehmigungserfordernis für Grabmale und –einfassungen
(1) Die Errichtung und jede Veränderung von Grabmalen und Grabeinfassungen bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung der Friedhofsverwaltung. Ohne Zustimmung sind bis zur Dauer von 2 Jahren nach der Bestattung oder Beisetzung provisorische Grabmale als Holztafeln bis zur Größe von x cm und Holzkreuze zulässig.
(2) Die Zustimmung ist unter Vorlage von Zeichnungen in doppelter Ausfertigung im Maßstab 1 : 10 zu beantragen. Auf dem Antrag und den Zeichnungen müssen alle Einzelheiten der Anlage, insbesondere Art und Bearbeitung des Werkstoffs sowie Inhalt, Form und Anordnung der Inschrift ersichtlich sein. Auf Verlangen sind Zeichnungen in größerem Maßstab oder Modelle vorzulegen.
(3) Die Errichtung und jede Veränderung aller sonstiger Grabausstattungen, die auf Dauer angebracht werden sollen wie Weihwassergefäße, Kerzenhalter, besondere Steine für Inschriften usw. bedürfen ebenfalls der vorherigen schriftlichen Zustimmung der Friedhofsverwaltung. Abs. 2 gilt entsprechend.
(4) Die Zustimmung erlischt, wenn das Grabmal, die Grabeinfassung oder die sonstige Grabausstattung nicht innerhalb von 2 Jahren nach Erteilung der Zustimmung errichtet worden sind.
(5) Ohne vorherige schriftliche Zustimmung der Friedhofsverwaltung errichtete oder mit den vorgelegten Zeichnungen und Angaben nicht übereinstimmende Anlagen müssen entfernt oder den Zeichnungen und Angaben entsprechend verändert werden. Die Friedhofsverwaltung kann die für ein Grab Sorgepflichtigen oder Nutzungsberechtigten schriftlich auffordern, innerhalb angemessener Frist die Anlage zu entfernen oder zu verändern. Wird der Aufforderung nicht rechtzeitig Folge geleistet, so kann die Anlage im Wege der Ersatzvornahme durch die Friedhofsverwaltung entfernt werden. Die dadurch entstehenden Kosten sind vom Verpflichteten zu erstatten.
§ 32 Standsicherheit
(1) Grabmale sind nach den allgemein anerkannten Regeln des Handwerks, die in den Richtlinien für das Fundamentieren und Versetzen von Grabdenkmalen des Bundesinnungsverbandes des Deutschen Steinmetz-, Stein- und Holzbildhauerhandwerks (Versetzrichtlinien) festgelegt sind, so zu fundamentieren und zu befestigen, dass sie dauernd standsicher sind und auch beim Öffnen benachbarter Gräber nicht umstürzen oder sich senken können. Dies gilt für sonstige bauliche Anlagen entsprechend.
Mit dem Antrag auf Zustimmung gem. § 31 Abs. 2 sind schriftliche Angaben über die Art der Fundamentierung und der Befestigung, insbesondere die Größe und Stärke der Fundamente vorzulegen. Falls durch die danach vorgesehene Fundamentierung und Befestigung eines Grabmals dessen Standsicherheit nicht gewährleistet erscheint, kann die Friedhofsverwaltung die erforderliche Änderung vorschreiben. Die Friedhofsverwaltung kann überprüfen, ob die vorgeschriebene Fundamentierung durchgeführt worden ist und gegebenenfalls Abhilfe verlangen.
(2) Die/der Nutzungsberechtigte der Grabstätte ist verpflichtet, das Grabmal im Jahr mindestens einmal, und zwar nach Beendigung der Frostperiode, auf ihre Standfestigkeit hin fachmännisch zu überprüfen oder auf ihre Kosten durch Fachleute überprüfen zu lassen, gleichgültig, ob äußerliche Mängel erkennbar sind oder nicht. Dabei festgestellte Mängel sind unverzüglich auf eigene Kosten zu beseitigen oder beseitigen zu lassen. Inhaberinnen/Inhaber von Grabstätten und Nutzungsberechtigte, welche diesen Verpflichtungen nicht ordnungsgemäß nachkommen, haften für sich daraus ergebende Schäden.
(3) Wird der ordnungswidrige Zustand eines Grabmals oder sonstiger baulicher Anlagen trotz schriftlicher Aufforderung der Friedhofsverwaltung nicht innerhalb einer jeweils festzusetzenden angemessenen Frist beseitigt, ist die Friedhofsverwaltung berechtigt, das Grabmal oder Teile davon auf Kosten des Verantwortlichen vorläufig zu sichern (z.B. Umlegung von Grabmalen, Absperrung) oder zu entfernen. Die Gemeinde ist verpflichtet, diese Gegenstände drei Monate aufzubewahren. Ist der Verantwortliche nicht bekannt oder ohne besonderen Aufwand nicht zu ermitteln, genügen als Aufforderung eine öffentliche Bekanntmachung und Aufkleber auf dem Grabmal bzw. der sonstigen baulichen Anlagen, der für die Dauer von einem Monat angebracht wird.
Bei unmittelbar drohender Gefahr ist eine Benachrichtigung nicht erforderlich.
(4) Künstlerisch oder historisch wertvolle Grabmale und bauliche Anlagen oder solche, die als besondere Eigenart eines Friedhofs erhalten bleiben sollen, werden in einem Verzeichnis geführt. Die Friedhofsverwaltung kann die Zustimmung zur Änderung derartiger Grabmale und baulichen Anlagen versagen. Insoweit sind die zuständigen Denkmalschutz- und – pflegebehörden nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmung zu beteiligen.
§ 33 Beseitigung von Grabmalen und -einfassungen
(1) Nach Ablauf der Ruhefrist oder des Nutzungsrechts sind Grabmäler, Einfassungen und sonstige Grabausstattungen von den Nutzungsberechtigten zu entfernen. Sie können sich hierbei der Friedhofsverwaltung bedienen, welche die Räumung auf Kosten der Berechtigten übernimmt. Kommen die Berechtigten dieser Verpflichtung nicht nach, so kann die Friedhofsverwaltung diese schriftlich auffordern, innerhalb angemessener Frist die Anlage zu entfernen. Wird der Aufforderung nicht rechtzeitig Folge geleistet, so kann die Friedhofsverwaltung die Anlage auf Kosten der Berechtigten entfernen oder entfernen lassen.
(2) Grabmale, Grabeinfassungen und sonstige Grabausstattungen dürfen vor Ablauf der Ruhefrist oder des Nutzungsrechts nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung der Friedhofsverwaltung von der Grabstelle entfernt werden. Die Zustimmung erfolgt auf Grund der Rückübertragung der Pflegelasten gebührenpflichtig in Form einer nach Zeit gestaffelten Friedhofspflegegebühr. Eine vorzeitige Räumung vor Ablauf von 10 Jahren der Ruhefrist ist ausgeschlossen.
VI. Herrichtung, Bepflanzung und Unterhaltung der Grabstätten
§ 34 Bepflanzung von Grabstätten
(1) Alle Grabstätten, mit Ausnahme der Urnenwände sowie dem Feld für anonyme Urnenbeisetzungen, sind zu bepflanzen und dauernd instand zu halten. Ausgenommen von der Pflicht zur Bepflanzung sind auch die Grabstätten, die mit einer Grabplatte komplett abgedeckt sind. Bei der Bepflanzung und Pflege sind die Belange des Umweltschutzes, insbesondere des Gewässer- und Bodenschutzes zu beachten.
(2) Zur Bepflanzung der Grabstätten sind nur geeignete Gewächse zu verwenden, die andere Grabstätten und die öffentlichen Anlagen und Wege nicht beeinträchtigen. Das Pflanzen, Umsetzen oder Beseitigen von Bäumen, großwüchsigen Sträuchern und Hecken bedarf der vorherigen Zustimmung der Friedhofsverwaltung. Für Schäden, die durch auf einer Grabstätte gepflanzte Bäume, Sträucher, Hecken oder ähnliche Anpflanzungen an Grabmalen, Grabeinfassungen oder sonstigen Grabausstattungen benachbarter Grabstätten oder an öffentlichen Anlagen und Wegen verursacht werden, haften die Nutzungsberechtigten der Grabstätte, deren Bepflanzung die Schäden verursacht.
(3) Grabbeete dürfen nicht über 50 cm hoch sein.
(4) Auf den Grabstätten dürfen nur Kränze, Grabgebinde oder ähnlicher Grabschmuck abgelegt werden, die ausschließlich unter Verwendung von verrottbaren Materialien hergestellt sind.
(5) Verwelkte Blumen und Kränze sind durch die Nutzungsberechtigten von den Grabstätten zu entfernen. Geschieht dies nicht, so kann die Friedhofsverwaltung nach angemessener Frist diese Blumen und Kränze ohne Ankündigung beseitigen.
Blumen und Kränze sowie sonstiger von Grabstätten abgeräumter pflanzlicher Grabschmuck dürfen nur in die eigens dafür aufgestellten Behältnisse bzw. den dafür eingerichteten Plätzen abgelegt werden.
(6) Zur Unkrautbekämpfung dürfen keine Mittel verwendet werden, die eine Grundwasserverunreinigung verursachen können.
(7) Die Herrichtung, Unterhaltung und Veränderung von gärtnerischen Anlagen außerhalb der Grabstätten obliegt ausschließlich der Friedhofsverwaltung.
(8) Gießkannen, Spaten, Harken und andere Geräte dürfen nicht auf den Grabstätten oder hinter den Grabmalen und in den Anpflanzungen aufbewahrt werden.
§ 35 Herrichtungsverpflichtung und friedhofswürdige Unterhaltung
(1) Alle Grabstätten müssen im Rahmen der Vorschriften des § 34 hergerichtet und dauernd instand gehalten werden.
(2) Reihen- und Urnenreihengrabstätten müssen innerhalb von 6 Monaten nach der Bestattung, Wahl- und Urnenwahlgrabstätten innerhalb von 6 Monaten nach dem Erwerb des Nutzungsrechts bzw. der zuletzt vorgenommenen Beisetzung hergerichtet werden.
(3) Wird eine Reihengrabstätte während der Dauer der Ruhefrist oder eine Wahlgrabstätte während der Dauer des Nutzungsrechts über einen längeren Zeitraum nicht entsprechend den Bestimmungen dieser Friedhofsordnung in friedhofswürdiger Weise instand gehalten und gepflegt, so ist der oder dem Nutzungsberechtigten schriftlich eine angemessene Frist zur Durchführung der erforderlichen Arbeiten zu setzen. Nach erfolglosem Ablauf der Frist zur Instandhaltung und Pflege der Grabstätte kann die Friedhofsverwaltung die Grabstätte auf Kosten der oder des Nutzungsberechtigten abräumen, einebnen oder einsähen lassen.
VII. Schluss- und Übergangsvorschriften
§ 36 Übergangsregelung
(1) Bei Grabstätten, über welche die Gemeinde bei Inkrafttreten dieser Friedhofsordnung bereits verfügt hat, bestimmt sich die Nutzungsdauer und die Gestaltung nach den zum Zeitpunkt des Erwerbs des Nutzungsrechts geltenden ortsrechtlichen Vorschriften.
(2) Die vor dem Inkrafttreten dieser Friedhofsordnung entstandenen Nutzungsrechte von unbegrenzter Dauer werden auf 50 Jahre seit ihrem Erwerb begrenzt. Sie enden jedoch erst mit dem Ablauf der Ruhezeit des in dieser Grabstätte zuletzt Bestatteten und frühestens 1 Jahr nach Inkrafttreten dieser Friedhofsordnung.
§ 37 Listen
(1) Es werden folgende Listen geführt:
a) Ein Grabregister der beigesetzten Personen mit den laufenden Nummern der Reihengrabstätten, der Wahlgrabstätten, der Urnengrabstätten, der Urnenwände und der Positionierung im anonymen Urnenfeld,
b) eine Namenskartei der beigesetzten Personen unter Angabe des Beisetzungszeitpunktes,
c) ein Verzeichnis nach § 32 Abs. 4 dieser Friedhofsordnung.
(2) Zeichnerische Unterlagen, Gesamtpläne, Belegungspläne und Grabmalentwürfe sind von der Friedhofsverwaltung zu verwahren.
§ 38 Gebühren
Für die Benutzung des Friedhofs und seiner Einrichtungen und Anlagen sowie damit zusammenhängende Amtshandlungen der Friedhofsverwaltung sind Gebühren nach der jeweils geltenden Friedhofsgebührensatzung zu entrichten.
§ 39 Haftung
Die Gemeinde haftet nicht für Schäden, die durch nicht satzungsgemäße Benutzung der Friedhöfe, ihrer Anlagen oder ihrer Einrichtungen durch dritte Personen oder durch Tiere entstehen. Ihr obliegen keine besonderen Obhuts- oder Überwachungspflichten. Sie haftet nicht für Diebstahl. Im Übrigen haftet die Gemeinde nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit der von ihr beauftragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
§ 40 Ordnungswidrigkeiten
Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
(1) sich entgegen § 8 Abs. 1 nicht der Würde des Friedhofs entsprechend verhält,
(2) entgegen § 8 Abs. 2 auf Friedhöfen
a) die Wege mit Fahrzeugen aller Art, ausgenommen Kinderwagen und Rollstühle sowie Fahrzeuge der Friedhofsverwaltung und der für die Lützelbacher Friedhöfe zugelassenen Gewerbetreibenden, befährt,
b) Waren aller Art, insbesondere Kränze und Blumen, und Dienste anbietet,
c) an Sonn- und Feiertagen oder in der Nähe einer Bestattung Arbeiten ausführt,
d) ohne Auftrag der Angehörigen eine Bestattungsfeier oder eine Grabstätte gewerbsmäßig fotografiert oder filmt,
e) Druckschriften verteilt, ausgenommen Drucksachen, die im Rahmen von Bestattungsfeiern notwendig und üblich sind sowie Informationsschriften der Friedhofsverwaltung,
f) den Friedhof und seine Einrichtungen und Anlagen verunreinigt oder beschädigt,
g) Abraum und Abfall außerhalb der dafür vorgesehenen Plätze ablagert,
h) Tiere –außer Blindenhunde- mitbringt,
(3) entgegen § 8 Abs. 3 Totengedenkfeiern ohne Zustimmung der Friedhofsverwaltung durchführt,
(4) als Gewerbetreibender entgegen § 10 Abs. 1, 3, 7 und 8 ohne vorherige Zulassung tätig wird, Bestattungsfeierlichkeiten stört, außerhalb der festgesetzten Zeiten Arbeiten durchführt sowie Werkzeuge und Materialien unzulässig lagert,
(5) entgegen § 31 Abs. 1 und 3 ohne vorherige Zustimmung Grabmale und sonstige Grabausstattungen oder bauliche Anlagen errichtet oder verändert,
(6) Grabmale entgegen § 32 Abs. 1 nicht fachgerecht befestigt und fundamentiert,
(7) Grabmale entgegen § 32 Abs. 2 nicht mindestens einmal, und zwar nach Beendigung der Frostperiode, auf ihre Standfestigkeit hin fachmännisch überprüfen lässt,
(8) Grabmale, Grabeinfassungen und sonstige Grabausstattungen entgegen § 33 Abs. 1 ohne vorherige schriftliche Zustimmung der Friedhofsverwaltung entfernt,
(9) Produkte der Trauerfloristik, insbesondere Kränze, Grabgebinde oder ähnlicher Grabschmuck entgegen § 34 Abs. 4 aus nicht verrottbaren Materialien verwendet,
(10) Grabstätten entgegen § 35 vernachlässigt.
(11) Die Ordnungswidrigkeit kann bei fahrlässiger Zuwiderhandlung mit einer Geldbuße von 5,-- € bis 750,-- €, bei grob fahrlässiger oder vorsätzlicher Zuwiderhandlung von 5,--€ bis 1.500,--€ geahndet werden. Die Geldbuße soll den wirtschaftlichen Vorteil, den der Täter aus der Ordnungswidrigkeit gezogen hat, übersteigen. Reicht das satzungsgemäße Höchstmaß hierzu nicht aus, so kann es überschritten werden.
(12) Das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten in der jeweils gültigen Fassung findet Anwendung. Zuständige Verwaltungsbehörde im Sinne des § 36 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten ist der Gemeindevorstand.
§ 41 Inkrafttreten, Außerkrafttreten
Diese Satzung tritt ab 01.01.2017 in Kraft.
Gleichzeitig tritt die Friedhofs- und Bestattungsordnung der Gemeinde Lützelbach vom 21. August 1986, mit späteren Änderungen, außer Kraft. § 36 dieser Satzung bleibt unberührt.